Schönheitssalon in Ecuador

oder

Spenden-Projekt für Schulbänke in Ecuador: 

511,50 € im Schwein!


 

 

Satte 511,50 € liegen im fetten Spenden-Schwein, incl.  die eine und andere Überweisung! Von dem Geld sollen in einer kleinen Schule in Ecuador Schulbänke angeschafft werden, damit die Schüler ihre Schulaufgaben nicht mehr auf den Knien anfertigen müssen. Hinter dem Projekt steht Jelena Bellmer, eine ehemalige HPS-Schülerin, die nach ihrem Abitur 2007 als Entwicklungshelferin ein Jahr in Ecuador mit Kindern gearbeitet hat und heute (am Freitag, den 4. Juli 08) Oberstufenschülern der 11. und 12. Klasse in der Aula im Rahmen eines zweistündigen Vortrags einen Überblick über das Land gab, über ihre Arbeit berichtete und um Spenden warb. Sie referierte die Geschichte Ecuadors über die Inkas, Atahualpa, die spanischen Eroberer und Simón Bolívar, der Ecuador in die Unabhängigkeit führte. Ecuador – ein Land voller Gegensätze:  Die Landschaft teilt sich in die warme Küstenregion, das Hochland (die Sierra) und den östlichen Teil des Landes, der fast nicht besiedelt ist. Bananen und Kakao werden angebaut und exportiert. Trotz der reichen Ölvorkommen im Land  herrsche eine krasse Ungerechtigkeit in der Verteilung des Reichtums. Die wenigen Reichen schotteten sich vom Rest der Bevölkerung ab und seien darauf bedacht, ihre Privilegien zu bewahren. Sie allein können eine vernünftige Schulbildung für ihre Kinder finanzieren und sich eine Gesundheitsvorsorge leisten. Die Weißen besäßen Geld und Einfluss, die schwarze und indigene Bevölkerung sowie die Mestizen würden unterdrückt und fühlten sich selbst oft minderwertig. In dieser von ethnischen Ressentiments geprägten Gesellschaftsordnung gelte weiß als überlegen.

Die Lage im Land sei katastrophal: Viele hätten nur eine Grundschulbildung, die Arbeitsbedingungen seien schlecht, die Löhne reichten gerade so zum Leben. Dazu komme, dass die katholische Kirche mit ihren nicht mehr zeitgemäßen Vorstellungen im Bereich Homosexualität und vor allen Dingen Verhütung das Problem der Armut zementiere. So erzählt Jelena, dass ein Junge mit seinen zehn Geschwistern ganz in der Nähe der Schule in einem Holzverschlag lebe, zwei Betten dienten ihnen zum Schlafen, eine kleine Pommes-Verkaufskarre sichere das Überleben der Großfamilie. Viele sind auf Remesas (Geldsendungen) ihrer Verwandten aus dem Ausland angewiesen. Die Perspektivlosigkeit daheim treibt viele Ecuadorianer dazu, sich teuren Schleusern (den so genannten coyotes) anzuvertrauen, um illegal nach Spanien oder in die Vereinigten Staaten von Amerika einzuwandern.

 

Die Gastfreundschaft in Ecuador habe sie besonders beeindruckt. Sie sei herzlich und sehr freundlich aufgenommen worden, berichtet Jelena Bellmer. Bei ihrer Arbeit in der Stiftung, vormittags im Kindergarten und nachmittags bei der Hausaufgabenhilfe, half sie als Englischlehrerin, malte mit den Kindern und hörte Geschichten von häuslicher Gewalt, von Vätern, die im Gefängnis sitzen, von Müttern, die Kleber schnüffeln. Eine Situation habe sie besonders geschockt: „Eine Mutter hatte kein Geld für Windeln und sie hat bitterlich geweint“

Alles in allem habe sie viel zu wenig Zeit gehabt, um sich um jedes Kind kümmern zu können. 

Ab und zu, wenn der „Schönheitssalon“ auf dem Programm gestanden habe, entlauste Jelena die Kindergartenkinder, und wenn sie sie wusch, färbte sich das Wasser braun. Bei einem Wissenstest bei den Lehrern der staatlichen Schulen seien kürzlich 80% durchgefallen; auch das demonstriere eindrucksvoll, wie schlecht es um die Bildungssituation der Kinder bestellt sei.

Da gerade die Bildung die einzige Möglichkeit ist, einen Weg aus der Misere zu finden, hat Jelena Bellmer mit Hilfe der Spanischlehrerin Frau Dralle ein Spendenprojekt initiiert. Das Geld soll für neue Schulbänke ausgegeben werden. Eine Großspende über 110,00 € vom 12er-DSP-Kurs Werner-Dralle aus den Einnahmen der letzten Aufführung wurde besonders hervorgehoben. Insgesamt sind nun 511,50 € im Schwein, da die Fachgruppe DSP die Spendeneinnahmen der Theaterwoche 2008 dem Projekt von Jelena Bellmer großzügig zur Verfügung stellte. Jelena will das Geld sofort überweisen! Falls jemand noch spontan für das Projekt in Ecuador spenden möchte, hier die Kontodaten:

Fördergemeinschaft Stiehle e.V.

Sparkasse Ehingen

BLZ 630 500 00

Kto. 90 59 698

Kennwort: Kinderzentrum Cuenca

Die Redaktion gratuliert zu dem ansehnlichen Geldbetrag, dankt Jelena Bellmer für den fundierten Vortrag und wünscht der Stiftung in Ecuador alles Gute!